Einfach mal Waldbaden!

Sagt Ihnen „Shinrin Yoku“ etwas? Dieser japanische Begriff bedeutet übersetzt „Baden in der Waldluft“. Der Gedanke ist ja grundsätzlich nicht neu. Die Bewegung in der Natur, einfach mal tief durchatmen, baut nachgewiesenermaßen Stress ab. Doch gibt es inzwischen noch einige neue Erkenntnisse, die die Heilkraft der „Waldtherapie“ untermauern. Eine Studie (2004 f.) der Nippon Medical School und der Universität Chiba zeigte, dass Bäume und andere Pflanzen sekundäre Pflanzenstoffe wie Phytonzide „ausatmen“. Bisher hieß es meist, dass man Gemüse essen muss, um sich sekundären Pflanzenstoffe zuzuführen. Doch für Gemüseasketen gibt es nun eine schöne Alternative – „Waldbaden“. Denn die Phytonzide können tatsächlich eingeatmet werden. Sie sind dafür bekannt, die Bildung von natürlichen Krebs-Killerzellen im Körper zu fördern und damit das Immunsystem zu stärken.

Also: Ab in die Natur, rein in den Wald und tief durchatmen. Schalten Sie das Handy aus, achten Sie auf die Schönheit des Waldes, genießen Sie den Duft feuchter Erde und blühender Waldpflanzen und spüren Sie das warme Holz in den Handflächen – genießen Sie mit allen Sinnen. Bereits nach nur 5 Minuten geht der Stresspegel deutlich runter. (Beim Stadtspaziergang funktioniert das übrigens nicht!)

Früher war Samstag Badetag. Inzwischen gehört für die meisten Menschen die tägliche Dusche zum Wellness- und Hygiene-Standard und der Samstagnachmittag ist frei. Machen Sie was daraus – machen Sie den Samstag einfach zum Waldbadetag!

Lach mal wieder!

Kennen Sie das gute Gefühl, wenn man wieder mal herzhaft gelacht hat? So sehr gelacht, dass einem die Tränen kommen? Kürzlich ging es mir so: Wir probierten den Parkassistenten unseres neuen BMW aus und statt uns in eine der zahlreichen freien Parklücken zu bugsieren, parkte der Wagen sicher und präzise just in die Parklücke ein, die bereits durch einen kleinen französischen Kleinwagen besetzt war. Der Schaden war nicht unerheblich und nein, der Hersteller zahlt das nicht, und trotzdem – die Situation war von einer Absurdität, die bei mir einen Lachanfall auslöste. Man sagt ja: Humor ist, wenn man trotzdem lacht.

Lachen ist pure Fröhlichkeit, ist Spaß. Und Lachen ist die Fähigkeit, die Dinge und sich selbst nicht so ernst zu nehmen. Lachen ist die Kunst, in schwierigen Situationen das Abstruse, das Komische zu erkennen und es genießen zu können. So ist Lachen ein perfekter Stresskiller, ein Deeskalator, Entspannung pur.

Entwickeln Sie Ihre Lachmuskeln. Dazu braucht es kein Lachyoga, sondern nur einen wachen Blick  für Lustiges, Komisches, Absurdes, Erheiterndes und den Willen, dies auch entsprechend zu goutieren. Wer zum Lachen in den Keller geht, hat es da natürlich schwer: Manchmal ist der Weg zu weit und die Zeit zu kurz. Manchmal scheint Humor unangebracht, ein Lachen deplaziert. In seinem  Buch „Der Name der Rose“ lässt Umberto Ecco  die Mönche darüber streiten, ob Jesus gelacht habe. Vom Dalai Lama weiß man, dass er gerne und ausgiebig lacht.  Verbinden Sie Ihren Humor mit Empathie . Damit schaffen Sie Raum für Begegnung und Freude. Und das passt eigentlich immer!

Sei einfach mal glücklich!

Was macht eigentlich glücklich? Die Antwort auf diese Frage ist wahrscheinlich so vielfältig, wie es die Menschen sind. Doch lohnt es sich, darüber nachzudenken. Wann waren Sie das letzte Mal richtig glücklich?  Kürzlich fand ich zu dieser Frage folgende Aufstellung:

Willst du eine Stunde glücklich sein, mach ein Nickerchen

Willst du einen Tag glücklich sein, gehe fischen,

Willst du einen Monat glücklich sein, heirate,

Willst du ein Jahr glücklich sein, erbe

Willst du ein Leben glücklich sein, hilf jemand anderem.

Da kann man sicher an dem einen oder anderen Punkt anderer Meinung sein, doch sind sich die Experten darin einig, dass nichts so sehr zum eigenen Wohlbefinden beiträgt, wie anderen Menschen zu helfen. Früher gab es dazu bei den Pfadfindern das passende Rezept: Tue eine gute Tag am Tag! Schade eigentlich, dass dieser Vorschlag ein wenig in Vergessenheit geraten ist.  Was halten Sie davon, diesen Vorsatz wieder zu reaktivieren? Schenken Sie anderen Menschen ein Lächeln, ein Kompliment, eine kleine Hilfestellung. Sie werden überrascht sein, wie viel Sie zurück bekommen. Und vielleicht macht Ihnen diese positive Erfahrung Lust auf mehr. Aus der einen guten Tat wird vielleicht sogar ein größeres Projekt, ein Ehrenamt oder ein soziales Engagement. Das ist weniger selbstlos als es scheint, denn letztlich tun Sie es auch für Ihr eigenes Wohlbefinden. Fischen gehen können Sie später immer noch!

Achte auf das Schöne im Leben!

Wenn man aktuell die Nachrichten verfolgt, hat man den Eindruck, dass die Welt auf breiter Front aus den Fugen gerät: Kriege, Terrorismus, Flüchtlingsströme, Eurokrisen, Rechtsruck, Klimawandel… Kein Wunder, wenn manch einer an der Menschheit verzweifelt. Das Dumme an der Fülle schlechter Nachrichten? Wir geraten in eine Abwärtsspirale aus Angst und Pessimismus. Alternativlosigkeit macht sich breit, denn Angst führt zu „Tunnelblick“: Man fixiert nur noch das Elend, der Blick wird eng, aus dem „können“ wird „müssen“.

Schärfen Sie Ihren Blick lieber für das Positive in Ihrem Leben, in der Welt. Ja, das gibt es auch und zwar in großer Fülle. Aber getreu der Botschaft „Only bad news are good news“ bekommen sie von den Medien nicht die nötige Aufmerksamkeit.

Achten Sie bewusst auf die kleinen und großen schönen Dinge, auf nette Worte, ein Lächeln. Erfreuen Sie sich heute am Sonnenschein! Tun Sie sich etwas Gutes.

Warum ist es so wichtig, sich auf das Positive, das Schöne zu fokussieren? Wer guter Laune ist, in entspannter Stimmung und positiver Haltung, der öffnet seinen Horizont, erweitert die Perspektive und erkennt neue Möglichkeiten, Entwicklungsrichtungen und Alternativen. Und gerade diese braucht es aktuell!

 

Außerdem tut es dem körpereigenen Immunsystem gut.

Plane Veränderungen „hin zu“ und nicht „weg von“

Kennen Sie das Gefühl? Der Job nervt, die Aufgabe langweilt, die Rahmenbedingungen stimmen einfach nicht. Das hat man sich mal anders vorgestellt. Das Ganze fühlt sich an wie eine Sackgasse! Man will nur noch weg! Doch Vorsicht!

Manche Entscheidungen führen zwar aus dem Elend heraus, doch ist noch lange nicht sicher, ob Sie auch da landen, wo es Ihnen gut geht. Wenn man Pech hat, ist es jetzt noch schlimmer als vorher! Machen Sie sich klar, was Sie stört und was Sie sich „statt dessen“ wünschen. Überlegen Sie sich auch, worauf Sie nicht verzichten wollen, was sich für Sie als unabdingbar für die eigene Zufriedenheit herauskristallisiert hat. Kurz: Verschaffen Sie sich einen Eindruck von Ihren ganz persönlichen Wohlfühl- und Hygienefaktoren. Denn die schnelle Entscheidung „weg von“ soll Sie ja nicht vom Regen in die Traufe bringen.

Hier ein paar elementare Fragen zur persönlichen Standortbestimmung „hin zu“: Wohin soll die Reise für Sie gehen? Was ist Ihr Ziel? Welche Rahmenbedingungen müssen gegeben sein? Ist es wirklich das, was Sie sich davon versprechen? Was reizt Sie an der neuen Aufgabe? Freuen Sie sich auf das Neue oder sind Sie nur erleichtert, dass das Alte verschwindet?

Verzweiflung ist ein schlechter Ratgeber. Suchen Sie lieber nach weiteren Alternativen, wenn es für Sie nicht wirklich passt. Und wenn Sie dann gehen, gehen Sie freudig auf das Neue zu und genießen Sie Ihren persönlichen „Fortschritt“!

Viel zu tun? Lass dich nicht von den Dringlichkeiten vereinnahmen!

Frisst Sie auch manchmal das Tagesgeschäft auf? Da haben Sie vielleicht gerade ein paar ruhige Tage genossen, doch nach nur einem Tag im Job ist man wieder in derselben Mühle. Die zunehmende Verdichtung der Arbeit, die Notwendigkeit zur Teamarbeit und der Bedarf nach immer kürzeren Reaktionszeiten reduzieren, wenn man nicht bewusst gegensteuert, schnell die Spielräume des persönlichen Qualitätsmanagements.
Doch rechnet sich das eigentlich wirklich? Der gesunde Menschenverstand sagt laut „Ja, denn wenn ich mehr arbeite, schaffe ich auch mehr“! Der Mathematiker und frühere IBM-Cheftechnologe Prof. Gunter Dueck rechnet da anders: In seinem Buch „schwarmdumm – so blöd sind wir nur gemeinsam“  stellt er die „Warteschlangenformel“ vor – hier werden Auslastungsgrad (Prozent in Dezimalen) und Auftragsbearbeitung in Zusammenhang gebracht:

Auslastung des Mitarbeiters / (1-Auslastung des Mitarbeiters) = erwartete Anzahl der zu bearbeitenden Aufträge

und

Auslastung x erwartete Anzahl der zu bearbeitenden Aufträge = Aufträge in der Warteschlange

Hat man also eine persönliche Auslastung von 85 Prozent, kann man davon ausgehen, rund 5 Aufgaben in der Pipeline zu haben, die noch bearbeitet werden müssen.
Ja, Mensch, da gibt es ja noch Luft nach oben, mag der eine oder andere nun denken? Nicht wirklich, denn erhöht man nun die Auslastung auf den Faktor 0,95 reduziert sich nun leider nicht die Warteschlange der Aufträge, sondern steigt lt. Formel auf 18 wartende Aufträge an! Je höher der Auslastungsgrad, umso höher die Wartezeiten. Warum ist das so? Hat der Mensch Luft, auch mal etwas abzuarbeiten, kann er Auftragsspitzen auffangen, Informationen austauschen, das Team unterstützen, sich weiterbilden. Ist das nicht der Fall, summieren sich die unerledigten Aufträge, es kommt zu Terminüberschreitungen, Rückfragen, Abstimmungsproblemen, unvollständiger Auftragsbearbeitung, Qualitätsmängeln, Fehlern, die mit erhöhtem Aufwand nachbearbeitet werden müssen – die Warteschlange der Aufträge wird größer, das Tagesgeschäft frisst uns. Für Innovationen bleibt keine Zeit, die Hektik nimmt zu und nicht wenige versuchen, den gespürten Kontrollverlust durch ein Mehr an Besprechungen, Dokumentation und Berichtswesen wieder aufzufangen. So steigt der Auslastungsgrad schnell über die 100 Prozent, während parallel dazu die Performanz und auch die Motivation im Unternehmen immer stärker absinken. Auch, wenn man sich mit Formeln schwer tut – dieses Phänomen ist oft beobachtet!
Was hilft? Fahren Sie bei Problemen die Auslastung zurück. Schaffen Sie also Freiräume und verplanen Sie sich nicht komplett. Lernen Sie, Nein zu sagen.

Wäre das nicht ein guter Vorsatz fürs neue Jahr?

Komm´ zur Be´sinn´ung!

Haben Sie schon alle Geschenke? Auch schon verpackt? Weihnachtskarten verschickt? Was gibt es Heiligabend zu essen? Wann trifft man sich und wo? Welche Farbe hat der Baumschmuck? Ach ja, der Baum muss auch noch organisiert werden…

Für ein gelungenes Weihnachtsfest gilt es viel vorzubereiten. Da kommt schon mal Hektik auf. Wer in der Adventszeit entspannt durch die Großstadt schlendern will, erntet nicht selten unhöfliche Blicke und kleine Rempeleien. Nur nicht stillstehen oder trödeln – es ist ja noch so viel zu tun! Weihnachten scheint für viele Menschen eher Last als Lust zu sein. Da wird der Geist der Weihnacht zum Poltergeist, der Furcht und Elend verbreitet.

Moment mal! Sollte die Adventszeit nicht eine Zeit der Besinnlichkeit sein? Zeit, innezuhalten und sich wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren? Besinnlichkeit – das kommt von „Sinn“, von „zur Besinnung kommen“.

Wo liegt der Sinn im Ganzen?

Nun entschleunigen Sie erst einmal – konzentrieren Sie sich auf das Wichtige und nicht auf das Dringliche. Ja, ich weiß, bis Weihnachten sind es nur noch ein paar Tage! Nehmen Sie sich die Zeit, halten Sie inne: Was ist für Sie ganz persönlich der Sinn der Weihnacht, das Besondere an dieser Zeit, das Schöne?

Die Sinnhaftigkeit des eigenen Tuns ist ein wesentlicher Schlüssel für ein glückliches Leben. Wollen Sie Weihnachten genießen, machen Sie sich den Sinn bewusst, den dieses Fest für Sie hat, und gestalten Sie die Festtage sinnvoll.

Schöne Weihnacht!

Schwarz-Weiß-Denken? Erfreue dich an der Vielfalt der Grautöne

Manche Menschen lieben starke Kontraste. Da ist es klar: Das sind die Bösen, wir sind die Guten! Leben ohne Zweifel – Mann, ist das praktisch! Man hat die Wahrheit gepachtet und Deutungshoheit gewonnen über das Sein an sich. Da kann die Großhirnrinde gleich mal Pause machen – das limbische System reicht völlig aus. Ersetzen wir doch einfach einmal die Worte „Allah“ gegen „Deutschland“ und den göttlichen Anspruch gegen „Wir sind das Volk!“. Die Denkmechanismen sind dieselben: Gut-Böse, Oben-unten, schwarz-weiß, Null-Eins… Jede Form von Gegenrede wird im Keim erstickt: „Ungläubige“, „Lügenpresse“ – die Überzeugung ist wider besseres Wissen geimpft.

Einstein hat mal gesagt: „Man soll die Dinge so einfach machen, wie möglich. Aber nicht einfacher!“ Die Welt ist nicht einfach, sondern Vielfalt. Sie besteht aus vielen Farben und zwischen Schwarz und Weiß gibt es eine Menge von Grautönen und Schattierungen. Lohnt es sich nicht, da mal genauer hinzuschauen, hinzuhören? Oder ist es eher erschreckend, sich mit dem Einzelschicksal auseinanderzusetzen, Argumente auszutauschen und vielleicht ein wenig näher zu rücken?

Vielleicht gilt auch: Hasst du was, bist du was!

Kann der Wunsch nach einer eigenen Identität möglicherweise so groß sein, dass man den Untermenschen braucht, um sich selbst als Mensch zu fühlen?

Erfreuen Sie sich an der Vielfalt des Seins, der Farben, der Grautöne und bleiben Sie flexibel. Stellen Sie sich stets die Frage: Was müsste passieren, damit ich meine eigene Meinung ändere oder auch nur hinterfrage?

Diese Frage stelle ich häufiger in meinen Seminaren Teilnehmern, die sehr bestimmt auf ihre Sicht der Dinge beharren. Nicht selten hört man die Antwort: „Da gibt es nichts!“ Und manch einer erschreckt vor dem eigenen Brett vor dem Kopf…

Bist du Opfer oder Gestalter? Die Entscheidung liegt bei dir.

Das Wetter ist schlecht, die Energiepreise steigen, im Unternehmen werden Stellen abgebaut… Wir begegnen häufig Situationen, die wir nicht beherrschen können oder wo unser Einfluss gering ist. Da kann man den Essteller noch so leer kratzen – das Wetter wird dadurch nicht schöner!
Wir sind ausgeliefert! Da jammert man nun über den Regen, das alle unsere Ausflugspläne ins Wasser fallen lässt, über die hohen Steuern und Umlagen, die die Preise steigen lassen oder auch übers Management, dessen Entscheidungen einfach nicht nachvollziehbar sind. Hilft das? Nun – ein Jammerzirkel getreu dem Motto „Geteiltes Leid ist halbes Leid“ schafft zumindest eine gute Plattform für Selbst- und Fremdmitleid. Hilfreich ist er nicht, denn am Ende steht der totale Kontrollverlust!
Betroffen zu sein heißt nicht zwangsläufig Opfer zu sein. Doch wer stets nur zur Kenntnis nimmt, was nicht geht, übersieht schnell die eigenen Einflussmöglichkeiten: Es gibt kein schlechtes Wetter – nur falsche Kleidung. Ziehen Sie sich warm an und lassen Sie sich den Wind um die Nase blasen. Gartenfreunde wissen zudem: Wenn´s regnet, muss ich nicht gießen! Ändern Sie Ihre Einstellung zum Ungemach.
Überlegen Sie sich, wie Sie den Energiepreisen entkommen können: Spritsparend fahren, Energieverschwendung reduzieren, Haus und Fenster isolieren. Definieren Sie Ihren Einflussbereich. Kann ich vom Stellenabbau profitieren? Schafft er möglicherweise auch ein attraktives Aus- und Umstiegsszenario? Welche Gespräche sollte ich führen?
Schauen Sie nicht danach, was nicht geht. Halten Sie lieber die Augen offen, wo, was und wie Sie gestalten können. Denn die Entscheidung – bin ich Opfer oder Gestalter – die treffen auf jeden Fall Sie selbst!

Überlege Dir gut, welche Macht Du anderen Menschen über Dich einräumst.

„Wenn der mich nicht grüßt, grüße ich ihn auch nicht mehr!“ Dieser so leicht daher gesagte Satz, heißt  nichts anderes, als dass ich dem nicht geschätzten Menschen erlaube, mein Handeln zu bestimmen. Ich reagiere statt zu gestalten. Schlimmer noch. Ich verliere mein eigenes Sein aus den Augen. Wer sein Verhalten an anderen Menschen ausrichtet, ob durch Gefolgschaft oder auch Fundamentalopposition, verliert die Fähigkeit zu selbstbestimmten Handeln. Man wird zum Opfer. Anders gesagt: Man macht sich selbst zum Opfer.

Manchmal geht es nur um Aktion und Reaktion. Aus diesem Muster kann man in der Regel recht schnell ausbrechen, wenn man sich die eigenen Reaktionsmuster bewusst macht und sich wieder auf eigene Werte und Haltungen besinnt.

Doch manchmal ist das Drehbuch der Ermächtigung viel älter und weniger leicht aufzulösen. Wer sich nie vom despotischen Vater oder der unzufriedenen Mutter befreien konnte, lässt auch später sein Leben davon leiten. Irgendwann ist die Zeit loszulassen und Verantwortung für das eigene Sein zu übernehmen. Wer bis ins hohe Alter um kindliche Anerkennung ringt oder sich von kritischen Eltern durch Contra-Verhalten befreien möchte, dem gelingt es oft nicht, das eigene Selbstgespür zu entwickeln und dem inneren Kompass zu folgen. Hier braucht es einen bewussten Abnabelungsprozess.